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Frauenlob Manesse-Bild

Minnesang.com
Dr. Lothar Jahn
Guderoder Weg 6
34369 Hofgeismar
05671-925355
E-mail an Minnesang.com



Weinberge
Die Weinberge von Freyburg tragen zur schönen Atmosphäre bei
MAGISCHE MONTALBÂNE-MOMENTE

Zum 30. Mal gibt es in diesem Jahr das wunderbare Montalbâne-Festival in Freyburg an der Unstrut. Dr. Lothar Jahn von Minnesang.com lässt seine ganz persönlichen magischen Momente auf diesem großen europäischen Festival in einer kleinen liebenswerten Wein-Stadt Revue passieren. Achtung: Der Termin wurde auf Herbst verschoben!

>> Mehr Informationen: www.montalbane.de
>> Interview mit Festival-Leiterin Susanne Ansorg über das Festival "Montalbane" von MDR-Figaro.

MEIN IMMER-WIEDER-WOHLFÜHL-MOMENT

Jörg PeukertWenn Jörg Peukert, der Herr der Neuenburg, die Stimme zur Begrüßung der Montalbâne-Gemeinde in St. Marien erhebt und Mittelhochdeutsches auf augenzwinkernde rezitiert, um zum aktuellen Thema, zum Leben und zu den Strömungen der Zeit Stellung zu nehmen. Jetzt weiß man: Es geht wieder los! Ebenso heimisch zumute wird es einem, wenn Festival-Urgestein Susanne Ansorg zur Fidel greift und mal diesen, mal jenen begleitet, und dabei stets den passenden Ton trifft, ohne sich je in den Vordergrund zu spielen.

MEIN EUPHORISCHER MONTALBÂNE-MOMENT
Montalbane CDLes Haulz et les Bas: Pure Energie von Trommel und Bläsern, mitreißend! Bekannte Melodien, ja, aber gleichzeitgig ganz, ganz neu. Unglaublich, dass man die Backen so aufblasen kann wie Ian Harrison. Und dass man seine Instrumente mit solcher Lust zum Klingen bringen kann! Wie schön, dass mit Gesine Bänfer eine alte Freundin dabei ist, die im selben Ort aufgewachsen ist wie ich! Das Ausnahmekonzert wurde auch auf Platte festgehalten.

  Neuenburg
Die Neuenburg in Freyburg/Unstrut, einer der Spielorte beim Montalbane-Festival


Jörg Peukert
Susanne Ansorg (links) ist nicht nur Organisatorin, sondern immer auch künstlerisch präsent.

Hermann Oswald
Hermann Oswald: ein Phänomen
MEIN ERSTAUNLICHSTER MONTALBÂNE-MOMENT
So richtig ins Staunen kam ich, als Hermann Oswald, ein Landwirt aus Südtirol, der sich weigert, Berufsmusiker zu erden, die Stimme erhob und die Perlen des Minnesangs gemeinsam mit dem Ensemble Unicorn auf unnachahmliche Weise mit Leben erfüllte. Soviel Stimmvolumen, so ein herrlicher Klang, aber auch soviel Mut, alle Register zu ziehen: vom Flüstern bis hin zum Geschrei, von Zärtlichkeit bis hin zur unbändigen Wut.

MEIN ZEITREISE-MOMENT
Marc MauillonBarde Marc Mauillon und seine grandiosen Begleiter Pierre Hamon (Flöten, Trommeln, Dudelsack) und Viva Biancalluna Biffi (Fidel) von Alla Francesca ließen einen vergessen, in welcher Zeit man lebt. In den Liedern und Lais war nur noch das Leid, aber auch der Glanz provenzalischer Höfe lebendig, eine Musik, in die man sich ganz versenken konnte.

MEIN RUSTIKALER MONTALBÂNE-MOMENT
Der Gegenpol zur innerlichen Versenkung in die Welt der Trobadors war das dörfliche Tanzlinden-Spektakel, das Obsidienne aus Frankreich 2017 mit Inbrunst darboten: expressiv, exzessiv, kritisch und rustikal. Die Sicht des einfachen Volkes auf das oft unverständliche Treiben der verlogenen höfischen und kirchlichen Gesellschaft, die hinter der Maske der Verfeinerung nur zu oft ihr egoistisches Spiel trieb.

Obsidienne
Obsidienne: rustikal-dörfliche Präsentation der Carmina Burana 
Walther von der Vogewleide MEIN ÜBERRASCHENDSTER MONTALBÂNE-MOMENT
Robert Weinkauf als WaltherWalther von der Vogelweide und Oswald voPeter Rabanser als Oswaldn Wolkenstein, durch Jahrhunderte getrennt, aber doch einander so nah, im berstenden Ego, im bitteren Sarkasmus wie in der Lebenslust. Das war so schön, als Peter Rabanser (Oswald, rechts) und Robert Weinkauf (Walther, links) mit dem Ensemble La Ziriola die beiden Herren einander gegenüberstellten. Wer war der Sieger des Zweikampfes? Ein klarer Fall von Unentschieden: So tat es richtig gut, beide gemeinsam Oswalds völkerverbindende Hymne "Do frayg Amors" zu erleben, in der sich sieben Sprachen zum vergnüglichen Kauderwelsch mischten. Eine fröhliche Vision von Europa, schon im Mittelalter geschaffen!
Oswald von Wolkenstein
Derwisch MEIN MORGENLÄNDISCHER MONTALBÂNE-MOMENT
Tanzende Derwische in der christlichen Traditionskirche St. Marien: Wann sonst hatte sie das je erlebt? 2009 schaffte es Vladimir Ivanoff mit seinem Ensemble Sarbande, die Grenzen zwischen den Kulturen und Regionen aufzubrechen und ihnen doch das jeweils Eigene zu lassen. Ein wichtiger Handschlag in Zeiten, wo Untergangsfanatiker die Islamisierung des Abendlandes hinter jeder Straßenecke wittern! Das ganze auch noch in einem Spannungsbogen, der sich aus dem pianissimo über fast zwei Stunden allmählich entwickelte und in einer völkerverbindenden rhythmischen Ekstase endete.

Sarbande
Glocken
Glockenklang gegen Männersang: Die Glocken waren stärker!
MEIN SCHRÄGSTER MONTALBÂNE-MOMENT
Als René Clemencic, noch ein Vorreiter der Mittelalterinterpretation, Perotin und Leonin im Obertonklang diverser Handglocken verschwinden ließ. Vier Sänger mühten sich redlich, aber die ohnehin mit dem Ohr kaum zu verfolgende gegenläufige Linienführung dieser Kunst ertrank im Klangmeer und Nachhall der Glocken.

MEIN MEDITATIVER MONTALBÂNE-MOMENT
Eberhard KummerEberhard Kummer, Gott habe ihn selig, der Pionier des gesungenen Epos, bot einen im Verhältnis sehr kurzen Ausschnitt aus seiner Interpretation des gesamten Nibelungen-Liedes in der Schlosskapelle der Neuenburg. Platz war aber nur für wenige Leute. Ich durfte dem Vortrag in den Räumlichkeiten oberhalb der Kapelle im Halbdunkel lauschen. Gesungen wurde im unendlich wiederholten Hildebrandston bei einem Mitternachtskonzert. Trotz der grausamen Handlung des Heldenepos entwickelte die stetige Repetition trotz Kummers markantem Bassbariton fast schon die Atmosphäre von Minimal Music, ich versank in einem ebenso faszinierenden wie verstörenden Traum.

René Clemencic
Beim Clemencic-Ensemble gaben die Sänger alles
Glocken
Der Tannhäuser in der Manessischen Liederhandschrift
MEIN AUFREGENDSTER MONTALBÂNE-MOMENT
Der war natürlich 2017, als ich gemeinsam mit Holger Schäfer mich dem „historischen Tannhäuser“ in einem eigenen Auftritt widmen durfte. Es war aber ein wunderschön sonniger Sommersonntag und das ebenso kundige wie hoch interessierte Publikum hatte sichtlich Spaß und viel Neugier für den laut einer unsäglichen MDR-Dokumentation ja so „skandalösen“ Minnesänger mitgebracht. So war es ein echter Genuss, die alten Melodien zu Gehör zu bringen und manche Fehlinformation richtigzustellen.

MEIN TRAURIGSTER MONTALBÂNE-MOMENT
Hans HegnerEigentlich ein schöner Augenblick: Der Sängerkrieg kam von der Wartburg, wo ihn die Legende verortet, zur noch wichtigeren Wirkungsstätte des Landgrafen Hermann rund um die Neuenburg, prächtiger und größer als der heutige Publikumsmagnet für die ganze Welt. Traurig wird der Moment im Nachhinein durch die Erinnerung an meinen guten Freund und Wegbegleiter Hans Hegner, lange auch als Autor und Berater bei Minnesang.com aktiv, der auf seine unnachahmliche Art auch diese Veranstaltung mitprägte. Er verstarb 2017 und fehlt der ganzen Mittelalter-Musikszene!




Lothar Jahn und Holger Schäfer
Lothar Jahn und Holger Schäfer beim Gesprächskonzert zum historischen Tannhäuser
AUF VIELE NEUE GUTE MOMENTE!

2020 darf gefeiert werden: Zum 30. Mal Montalbâne, wer hätte das 
denn erwartet in den wirren Umbruchstagen der wachsenden deutschen Einheit, als das Festival entstand? „Jubilate“ ist also zurecht das Motto. Les Haulz et les Bas treffen sich diesmal mit gestandenen Jazzern, da darf man sich auf Klangexplosionen gefasst machen. Oni Wytars bieten ihr legendäres Programm um den Stauferkaiser Friedrich II., dem Staunen der Welt, noch einmal dar: Mit dabei der große Erzähler Karsten Wolfewicz. Die Festivalgründer haben ihr Ensemble Ioculatores wieder belebt. Weitere Highlights sind die Leones um Marc Lewon, den unermüdlichen Lautenisten und Lehrer der halben Mittelaltermusikszene, und Ars Choralis Coeln mit Hildegard-Gesängen. Wir sehen uns!

>> Mehr Informationen: www.montalbane.de

> Montalbane-Rückblicke 2016, 201520132012, 2011/2010, 2009
> Minneturnier auf Burg Falkenstein 

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